Dienstag, 10. Februar 2009

photo | A Man Of Action, Kerala

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Kurian (68), farmer & hunter

Sonntag, 8. Februar 2009

misc | Die Nächte sind für die Armen


Nach einer halben Stunde finden wir die kleine Seitenstrasse in der sich laut meinem Freund viele Bars befinden sollen. Ich lasse meinen Blick über das enge Strässchen schweifen. Auf der linken Seite zwei Bars, vor der junge Menschen stehen, telefonieren und Zigaretten rauchen. Männer in Hut und Uniform stehen vor den massiven Türen und öffnen sie jedes Mal, wenn jemand ein oder austritt. Aus der ersten Bar dröhnt amerikanische Hardrockmusik. Auf der rechten Seite befinden sich kleine Restaurants, wo sich Einheimische und Touristen den Magen füllen.

Und dann passiert es: in dieser grossen Stadt trifft mein Blick auf einen anderen, paralysiert mich. Ich schaue ihr in die Augen und fixiere ihr dunkles Gesicht nur für einen sehr kurzen Moment. Es ist verblüffend schön, wohlgeformt mit weichen, aber definierten Zügen. Ich schaue ihr in die Augen, dann wende ich den Blick ab. Dunkle, blitzende, flehende Augen. Die Frau sitzt auf dem Boden im Schneidersitz, im Schoss ein kleines Kind. Sie wippt nach vorn und wieder zurück und ihr schäbiges Sari wippt mit.

Ich kann nicht mehr hinsehen, mein Sandwich kaum mehr fertigessen. Wir laufen in die Gasse, mein Freund hat nicht bemerkt, was sich gerade abgespielt hat. Ich zwinge mich geradeaus zu schauen. Noch einmal würde ich ihrem Blick nicht standhalten. Mir zieht es den Magen zusammen. Wir laufen bis zum Ende der Gasse, enttäuscht darüber, dass es doch nicht so viele Bars hat, wie wir gedacht haben. In unserer Tüte befindet sich noch Zwiebelsalat mit einer Sauce. Wir haben beide keine Lust darauf. Ich schlage vor der Person, die mir vor zwei Minuten mit ihrem Blick ihr Leiden hat mitteilen könne den Salat zu geben. Ich nehme meinen Mut zusammen, um mich der Person zu stellen, die mich zu einem Duell der Blicke herausgefordert hat bei dem ich feige den Schwanz eingezogen habe und geflüchtet bin. Mein Freund ist einverstanden.

Wir nähern uns ihr von hinten. Als ich nur noch einen Schritt von ihr entfernt bin, scheint es mir als ob ich in eine Seifenblase eintrete. In einen Cocon aus Seife, den die Frau umgibt und dem sich niemand nähert, um ihn ja nicht zu zerstören. Ich zerstöre ihre Blase der Isolation mutwillig und lege ihr den Plastikbeutel in ihre geöffneten Hände. Ich öffne den Beutel und zeige ihr den Inhalt. Sie nickt beschämt, als ob der Zwiebelsalat schon zu viel wäre. Ihre Mundwinkel verziehen sich fast zu einem Lächeln. Doch bevor das Gesicht seine volle Pracht entfalten kann, ziehen sich die Lippen wieder zusammen. Wir verarbschieden uns mit einem Kopfnicken, laufen zwei Meter und beschliessen ihr eine Domino Pizza zu kaufen. „Regular und schnell bitte!“, sage ich. Neben uns sitzen Rucksatztouristen, die aussehen, als ob sie lange Zeit in Goa verbracht hätten. Rastalocken und Piercings zieren ihre Häupter und Gesichter. Sie reden davon wie unglaublich dieses Land doch sei und wie sie es geschafft haben in einem Bollywood-Film als Statisten mitzuwirken. Die 12 Minuten für die Pizza erscheinen uns wie eine Ewigkeit. Wird die Frau noch dort sein? Werden wir noch zu unserem Drink kommen, bevor die Bars um elf zu machen?

Die Frau sitzt noch immer vor dem Restaurant und schaut mit flehendem Blick und offenen Händen hinauf zu den Menschen, die nicht auf dem Gehweg sitzen müssen, sondern es sich leisten können auf ihm zu gehen. Ich öffne eine weisse Tüte ein zweites Mal. Ob Pizza in Ordnung sei, frage ich sie. Sie nickt wieder scheu, sie hat mich nicht verstanden. Ich zeige auf sie und das Kind und führe meine gewölbte Hand zu meinem Mund. Sie versteht und nickt heftiger. Wir verabschieden uns einmal mehr von ihr und während wir zur Bar rüber laufen, frage ich mich, ob sie wohl noch da sitzen wird, wenn wir wieder draussen stehen nach unserem ersten Drink des Abends.

Mittwoch, 14. Januar 2009

film | Slumdog Millionaire



Slumdog Millionaire by Danny Boyle (28 Days Later, Trainspotting) is a masterpiece of storytelling. A boy from the slums of Mumbai named Jamal (Dev Patel) gets the chance to be a contestant in the Indian version of the show "Who wants to be a Millionaire". Jamal answers all the questions correctly and is on the verge of becoming a millionaire. He's not interested in money though but wants to find the love of his life Pratika (Freida Pinto) who loves the show and might be watching that very moment. As the boy plays the game, his story about growing up in the slums of Mumbai unfolds-every question he's able to answer, is linked to a memorable moment in his life.

Slumdog Millionaire shows Mumbai in a unpretentious and truthful way. The people who live in the city are not depicted as exotic animals in a cage, but humans with love and hatred in their hearts.

Watch the movie, the trailers are all crap.

Dienstag, 13. Januar 2009

µsic | Merryweather Post Pavillion


Das neue Jahr fängt ja schon gut an.
  • Avey Tare
  • Panda Bear
  • Deakin
  • Geologist
Das sind Animal Collective und haben im Januar 2009, einem weiteren vermeintlich trostlosem Jahr im 21. Jahrhundert, Merryweather Post Pavillion (benannt nach einer Arena von Frank Gehry) veröffentlicht.
Eine Platte mit Liedern die vor sich hinschweben und mit minimalsten rhythmischen Arrangements akzentuiert werden. Den Rest kann man getrost Sequenzern und den Chorknaben Avey Tare und Panda Bear überlassen, die mit ihren Stimmen akrobatische Kunststücke vollführen, alles dem Song zu liebe.

Anspieltipps: My Girls, Also Frightened, Summer Clothes

Sonntag, 26. Oktober 2008

misc | Turn On The Light


This is one more reason to go and see NIN live. And if you're not interested in Trent Reznors music then you might enjoy his lightshows.

ropa | Androgyny

Seen on The Sartorialist


Woah, what a daring outfit!

The belt, the trousers and the peacockfeather. Reminds me of Grace Jones who by the way is releasing a new album in November called "Hurricane".

Donnerstag, 2. Oktober 2008

photo | The Selby


The Selby macht Fotos von Apartments und ihren Bewohnern. Nüchtern porträtiert er cadrage-artig das matte Porzellangeschirr, ausgefallene Accessoires, das Fahrrad in der Stube, ägyptische Statuen oder das Tipi-Zelt im Garten. Der Fotograf hat ein Auge fürs Detail und schafft mit den Bildern einen Raum, der die Wohnung grösser und lebendiger erscheinen lässt. Einzelne Fotos sind zwar inszeniert, der Raum als Lebens- und Schaffensrefugium tritt jedoch nie in den Hintergrund. Nicht so ausführlich wie Apartamento, aber farblich harmonisch und facettenreich.

Dienstag, 23. September 2008

tv | Dexter is back!



Dexter your charming next door serial killer is back with another season of neatly cut limbs and fuzzy blood patterns. I really enjoyed the first season, Michael C. Hall potrays the astonishingly good looking sociopath very convincingly. The conflict in the second season is built up slowly and steadily which keeps you glued to the screen but unfortunately the third season starts off exactly as the second and I'm wondering where all this is heading. Maybe I should just read the books by Jeff Lindsay.

µsic | Dear Science



Es sieht fast so aus, als wäre die Sonne in Brooklyn für TV On The Radio endlich aufgegangen. Die Truppe um Sänger Adebimpe und Gitarrist Sitek meint es ernst. Was auf "Dear Science" drauf ist, kommt von ganz tief drin. Wenn Bläser, dann bis zum Umfallen. Und wenn man meint es kommt nicht besser, dann setzen die Geigen ein. Die Hooks scheinen nicht zu versiegen. Gitarren werden prachtvoll eingesetzt. Drum-Loops werden angehäuft, um dann auf einen Schlag zu einer magischen Gesangslinie zu verfallen. Die Zeiten des Sparens sind vorbei. Adebimpe wechselt mit Leichtigkeit vom Falsett-Sprechgesang zur beschwörerisch-zerbrechlichen Bruststimme. "Golden Age" kommt so leicht daher, man könnte fast meinen, die Jungs wollten, dass die Leute dazu tanzen. "Red Dress" scheint alle Funkpillen, die es auf dem Markt gibt, geworfen zu haben, um sie dann mit einem grossen, dramatischen Würgen wieder auszuspucken, (natürlich mit Bläserbegleitung). Wenn "Dancing Choose" als rhythmisches Schlachtschiff daherkommt, behauptet sich "Stork and Owl" als scheuer Rückzug in eine Welt, in der man nur mit seiner Geliebten leben möchte. Depeche Mode, Prince und Radiohead begleiten die Gruppe auf ihrem Streifzug durch die Rock- und Popgeschichte. Trotzdem finden TVOTR ihren eigenen, ambivalenten Stilmix, der trotz den catchy hooks elaboriert und durchdacht ist. Mit "Dear Science" schafft die Gruppe den unprätentiösen Sprung auf die Popbühne und leise aber bestimmt bahnt sich das TVOTR-Mutterschiff den Weg in den Gehörgang und setzt sich dort fest; ob man will oder nicht.

Freitag, 5. September 2008

misc | Kieran Hebden aka Burial?


Radiohead's Colin Greenwood posted this on Dead Air Space, insinuating that Kieran Hebden might be Dubstep mastermind Burial? There's little evidence to back that up even less if you check out Burials myspace site and look at the pic.